The original description of Cienkowski, 1876:  

 

Microcometes paludosa, nov. gen. et nov. sp.

Der protoplasmatische Körper der Microcometes ist lose von einer hautartigen Kapsel umschlossen, deren an einigen Stellen durchbohrte Wand den überaus langen pseudopodienfreien Durchgang gestattet (Fig. 107. 108). Bei jungen Individuen ist die Kapsel farblos zart, kugelförmig, bei ausgewachsenen braun, schwach facettiert oder beim Übergange in den Ruhezustand mit kleinen Häkchen besetzt (Fig. 110). In der Kapselwand finden wir ein bis fünf umsäumte, regellos verteilte Öffnungen (Fig. 107, o). In dieser Schale liegt nun, wie bei Clathrulina, der protoplasmatische Leib des Rhizopoden, frei, nicht an die Wand angeheftet, er nimmt etwa die Hälfte des Kapselraumes ein; seine Form ändert nach der Zahl der Protoplasmastränge, die er durch die Schalenöffnungen entsendet: sie ist birnförmig, wenn nur ein Pseudopodienstiel vorhanden, gelappt, wenn mehrere emporschießen. Die histologische Differenzierung des Leibes ist die der meisten Monothalamien und Heliozoen; ein exzentrisch gelegener Zellkern mit Nukleolus und zwei bis drei kontraktile Vakuolen in der peripheren Schicht (Fig. 107). Dieser protoplasmatische Körper treibt, wie schon erwähnt, nach außen, borstenartige Pseudopodien oder dicke Stränge,' die sich verzweigen, ohne Anastomosen zu bilden; Körnchenströmungen konnte ich nicht wahrnehmen. Die Pseudopodien erreichen eine bedeutende Länge, sehr oft wird nur eine hervorgestreckt, um aus weiter Ferne die Nahrung dem Körper zuzuführen (Fig. 107—108). Beobachtet man längere Zeit das an Algenzellen sich anschmiegende freie Ende eines Pseudopodium, so sieht man, wie es die fremden Gegenstände umfließt und wie diese dann auf der protoplasmatischen Fadenbahn bis an die Schalenöffnung und weiter ins Innere heruntergleiten (Fig. 107, a, b, c. 108). Während dieses Transportes liegt der Pseudopodienstrang unbeweglich — immer neue Nahrungsballen rutschen ihm entlang in die Kapsel hinunter. Außer dieser Nahrungsaufnahme durch Umhüllung besitzen die Enden der Pseupodien die Eigenschaft die Algenzellen zu durchbohren, und sie auszusaugen. So sah ich den Inhalt einer Nostocaceenspore, nachdem sie lange mit der Pseudopodie in Berührung blieb, in diese übergehen.
Was die Vermehrung anbetrifft, so habe ich nur eine Zweitheilung des Innenkörpers beobachtet. Die Teilstücke traten langsam aus der Kapsel heraus, sich mit Mühe durch die enge Öffnung durchpressend. Nachdem sie ihren Bildungsort verlassen hatten, nahmen sie eine sehr langgezogene Form an, an einem Ende liefen sie in wenige spitze Pseudopodien aus (Fig. 103—106). Der Zellkern war sehr deutlich zu sehen; sie glitten langsam umher, bis sie sich in Algengeflecht verkrochen und der weiteren Beobachtung entzogen.
Der Entwickelungskreis der Microcometes wird mit dem Ruhezustande geschlossen. Dabei nimmt der Körper, ohne aus der Schale zu treten, Kugelgestalt an und nachdem er die unverdaute Nahrung ausgeschlossen, hüllt er sich in eine derbe Membran ein. Die Kapsel erhält dabei hin und wieder eine mit Häckchen bedeckte Oberfläche. Die Größe der Cyste beträgt im Durchschnitt 0,011 Mill., der Kapsel 0,022 Mill. Die Microcometes paludosa fand ich in Nord- und Süd-Russland unter Gallertalgen, besonders schön zwischen Tetrasporen.

Diagnose des Genus und der Species.
Kapsel kugelförmig, an wenigen Stellen durchbohrte Protoplasmakörper mit excentrischem Nucleus, 2—3 peripherischen contractilen Vacuolen. Pseudopodien sehr lang, wenig verzweigt, ohne Körnchenströmung.