Phryganella acropodia
Phryganella acropodia., 88 µm

 

 

Phryganella acropodia (Hertwig & Lesser, 1874) Hopkinson, 1909

 

Diagnosis: Test circular in apertural view, approximately hemispherical in shape and semi-circular in lateral view, with a small slightly invaginated rim;  yellowish or brownish, semi-transparent, and covered with sand-grains and scales; in front view sharply pointed pseudopodia radiating; colorless endoplasm usually with chlorophyllous bodies; shell composed mainly of small or medium sized mineral grains which are incorporated into the matrix to give a regular, smooth, outline around the apertural and central regions but at the aboral extremity more angular grains may be incorporated; organic cement is only occasionally visible as small strands between adjacent particles; aperture large, circular and clearly defined due to the wide border of smooth organic cement which surrounds it.

 

Dimensions; c. 30-50 µm in diameter.

 

Ecology: Freshwater, different water types; common

 

Remarks: Examination of portions from broken specimens reveal that organic cement lines the inner surface which is always smooth and featureless. However, the outer face of the wall is composed of a small open network into or onto which the mineral particles of the surface are either bound or embedded. At the aperture this inner network is curved over so that it becomes, for the extend of the organic border, the outer region with mineral particles sandwiched between layers of organic network. It is noticeable that in these agglutinate shells the apertural region is thickened by incorporation of mineral particles between building units, but at the fundus only a thin layer of units lines the inner surface onto which a thick layer of grains is attached.

 

Initially it was described as a species of Difflugia by Hertwig & Lesser (1874) being transferred to the genus Phryganella by Penard (1902). Penard erected this genus to accommodate those hemispherical specimens of Difflugia which had pseudopodia that varied from broad lobate to narrow digitate with pointed extremities, and included, D. acropodia as a synonym of his P. hemispherica (Penard, 1890). Since then Cash & Hopkinson (1909) have corrected the designation of the species and it has become P. acropodia. As these latter authors pointed out,  one of the difficulties in identifying empty shells of P. acropodia is its similarity to empty shells of Difflugia globulus and Pseudodifflugia gracilis which all share roughly similar dimensions and shell architecture. The composition of the shell matrix in these species also varies, with soil specimens being predominantly composed of mineral grains, whereas those in Sphagnum and freshwater are composed mainly of siliceous shell plates and whole or broken portions of diatom frustules.

 

Phryganella acropodia
Phryganella acropodia
Shells 43 and 76 µm, Sphagnum, the Netherlands
Phryganella acropodia
Phryganella acropodia
Phryganella acropodia
Phryganella acropodia
Shell 40 µm
Phryganella acropodia
Shell 40 µm - rainforest, Peru

 

 

Original description in Hertwig und Lesser, 1874

 

Difflugia acropodia. nov. spec.

Taf. IL Fig. 6.

Das Gehäuse dieses nicht sehr häufigen Organismus ist rund­lich und hat durchschnittlich einen Durchmesser von 0,05 mm. Es besteht aus einer homogenen durchscheinenden Membran, durch welche man, wenn sie nicht zu dicht von Fremdkörpern bedeckt wird, die Schalenöffnung des auf dem Objectträger kriechenden Thieres erblicken kann. Die Fremdkörper bestehen grösstentheils aus Kieselstückchen oder auch kleinen Diatomeenpanzern und lagern auf der Membran der Schale, wie Feldsteine auf den Schindeldächern, meist wie diese in grösseren Entfernungen von einander, häufig aber auch so dicht, dass sie die eigentliche Schale ganz verdecken.

Die Pseudopodien unserer Art unterscheiden sich von den stumpfen fingerförmigen Fortsätzen der meisten übrigen Difflugien durch die spitzen Enden, welche bei allen ihren mannichfachen For­men wiederkehren. Breite, aus homogenem Protoplasma gebildete Platten endigen in einiger Entfernung von der Pseudopodienöffnung in unregelmässig gestaltete Ausläufer und Lappen von äusserst cha­rakteristischen, scharfzackigen Contouren. Ausserdem entspringen direct vom Körper wellig begrenzte, im Grossen und Ganzen lanzett­förmige Fortsätze, welche den Pseudopodien eines Actinosphaerium sehr ähnlich sind, nur dass sie nicht wie diese in ihrem Innern Körnchen bergen. Diese actinophrysartigen homogenen Fortsätze können sich mehrfach verästeln, wie die der Monothalamia Rhizo- poda; ebenso besitzen sie eine grosse Neigung, mit ihren Enden untereinander zu verschmelzen. Indem sie sich abplatten und flächenhaft ausbreiten, entstehen aus ihnen durch allmähliche Uebergangsformen die breiten zackig contourirten oben beschriebenen Platten. Dies kömmt dadurch zu Stande, dass von der Basis der verästelten Pseudopodieu das Protoplasma schwimmhautähnlich em­porsteigt oder dass Pseudopodien miteinander verschmelzen und die dadurch entstandenen spaltförmigen Lücken unter dem schnell von allen Seiten stattfindenden Vorrücken der Sarkode verschwinden.

Bei allen diesen Veränderungen ist die Bewegung eine ausseror­dentlich lebhafte. Wenn die Difflugie ihre zackig eingebuchteten spitzen Pseudopodien hervorquellen lässt, macht es den Eindruck, als würde aus der Schale eine schnell sich über den Objectträger ausbreitende Flüssigkeit ausgegossen. Mit derselben Lebhaftigkeit ändern sich beständig die Contouren, werden Fortsätze eingezogen, neue gebildet.

Manchmal erblickt man auch stumpfe kolbenförmige Fortsätze zwischen den geschilderten spitzen. Dieselben sind stets in geringer Anzahl vorhanden und von kurzem Bestände. Wie die breiten finger­förmigen Pseudopodien, welche zwischen den spitzen und feinen bei Vampyrella zeitweilig erscheinen, möchten wir sie auch hier als Zeichen des Missbehagens deuten, welches hervorgerufen wird, wenn durch Verdunstung des Wassers das Deckgläschen allzu sehr auf dem beobachteten Exemplare lastet oder der Gasgehalt des Wassers sich verändert hat.

Nach dieser Schilderung besitzen die Pseudopodien der D. acropodia ein eigentümliches Gemisch von sonst innerhalb der Gruppe der Lobosa entweder gar nicht oder nur ausnahmsweise auftretenden Charakteren. Neben dünnen und breiten Protoplasmaplatten fungiren spitze, fast fadenförmige, verästelte und anastomosirende Fortsätze, und das Alles bei der Species aus einem Genus, welches sich sonst durch seine typischen einfachen fingerförmigen oder lappigen Pseu­dopodien auszeichnet. Ohne scharfe Grenze leiten diese Formen von den stumpfen Pseudopodien der Lobosa zu den spitzen der Rhizopoda über. Wir haben hier weitere Belege für unsere Ansicht, dass bei der Mannichfaltigkeit der Formen, welche das als Locomotionsorgan fungirende Protoplasma bildet, von dem amöboiden Fliessen des Körpers und den lappigen Fortsätzen der Arcellinen bis zu den reich verästelten, zu feinen Netzen verbundenen Pseudo­podien der Foraminiferen die Uebergangsstufen nicht fehlen.

Trotz der scheinbar günstigen Schalenverhältnisse haben wir in den Bau des Körpers keinen Einblick gewinnen können, da die relative Kleinheit des Thieres das sonst übliche und zum Studium der Difflugienorganisation günstigste Verfahren des Zerquetschens erschwerte.